Der Caesar Salad kommt aus Mexiko
Er heisst wie ein römischer Kaiser, wurde aber an einem 4. Juli in Tijuana erfunden. Und im Original fehlte ausgerechnet die Zutat, die heute als typisch gilt.
2 Min. Lesezeit · 6. Oktober 2026
Symbolbild, KI-generiertWer «Caesar» hört, denkt an das alte Rom. Mit Julius Caesar hat der berühmteste Salat der Welt aber nichts zu tun. Sein Namensgeber ist Caesar Cardini, ein italienischer Einwanderer, der in den 1920er-Jahren in San Diego lebte und im mexikanischen Tijuana ein Restaurant führte.
Durst über die Grenze
Warum ausgerechnet Tijuana? In den USA galt damals die Prohibition: Alkohol war verboten. Wer aus Kalifornien einen schönen Abend mit Wein wollte, fuhr kurzerhand über die Grenze nach Mexiko. Cardinis Restaurant lebte von genau diesen Gästen.
Ein Feiertag und eine fast leere Küche
Laut Cardinis Tochter Rosa entstand der Salat am 4. Juli 1924, dem amerikanischen Nationalfeiertag. Der Ansturm war so gross, dass die Küche am Abend fast leer war. Cardini nahm, was noch da war: Romana-Salat, Knoblauchöl, Zitronen, Eier, Parmesan und Worcestershire-Sauce. Damit es nach mehr aussah, machte er den Salat direkt am Tisch der Gäste an. Die Show gehörte von Anfang an dazu.
Die amerikanische Fernsehköchin Julia Child erzählte später, sie habe als Kind in den 1920er-Jahren bei Cardini gegessen. Damals kamen die Salatblätter noch ganz auf den Teller, gegessen wurden sie von Hand.
Ohne Sardellen?
Heute gehören Sardellen für viele zwingend in die Caesar-Sauce. Cardinis Tochter betonte aber, ihr Vater habe keine verwendet, nur Worcestershire-Sauce. Sardellen, Senf und Kräuter seien ihm zu kräftig gewesen. Das Kuriose daran: In der Worcestershire-Sauce stecken selbst Sardellen. Ein bisschen Fisch war also trotzdem drin, nur gut versteckt.
Wer hat ihn wirklich erfunden?
Wie bei vielen berühmten Gerichten gibt es mehrere Versionen. Einige schreiben den Salat Caesars Bruder Alex zu, der ihn als «Aviator’s Salad» für Flieger auf der Durchreise zubereitet haben soll. Der Sohn von Livio Santini, einem Koch bei Cardini, behauptete, das Rezept stamme eigentlich von seinem Vater. Belegen lässt sich keine der Geschichten ganz, die von Rosa Cardini ist die bekannteste.
Das Restaurant in Tijuana gibt es übrigens noch heute. Es soll täglich rund 300 Caesar Salads verkaufen.
Und bei uns?
Unser Caesar Salat ist eine Familienvariante: knackiger Lattich, Poulet, Speck, Croûtons und Parmesan. Statt der klassischen Sauce kommt Olga’s Salatwunder darüber. Cardini hätte, so hoffen wir, nichts dagegen gehabt. Er hat schliesslich auch genommen, was in der Küche stand.
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