Zum Inhalt springen
Für Filialen: hier nachbestellen
Olga’s
Salat-Wissen

Wie der Härdöpfel in die Schweiz kam

Heute gehört er zu Rösti, Gschwellti und Kartoffelsalat. Dabei hatte er es in der Schweiz lange schwer. Erst Hungerjahre verhalfen ihm zum Durchbruch.

2 Min. Lesezeit · 6. Oktober 2026

Symbolbild, KI-generiert

Die Kartoffel stammt aus den Anden in Südamerika. Spanische Seefahrer brachten sie im 16. Jahrhundert nach Europa. Bis sie bei uns auf dem Teller landete, dauerte es aber noch über hundert Jahre.

Zuerst in den Bergen

In die Schweiz kamen die ersten Kartoffeln aus dem Elsass und aus Irland. Überraschend: Angebaut wurden sie zuerst nicht im fruchtbaren Mittelland, sondern in den Voralpen und Alpen. Das Historische Lexikon der Schweiz nennt frühe Belege für Glarus 1697, Graubünden 1717, Goldau 1727 und Brienz 1730. Im Jura kam die Kartoffel um 1750 auf, im Mittelland erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Streit um den Zehnten

Ein Grund für den langsamen Start war das Geld. Bauern mussten einen Teil ihrer Ernte als Zehnten abgeben. Ob das auch für die neue Knolle galt, war umstritten: Schon 1716 kam es im Entlebuch zu einem Zehntstreit. Und auf den Äckern galt die Dreizelgenwirtschaft mit festen Regeln, was wo wachsen durfte. Wie vorsichtig man war, zeigt ein Entscheid aus Luzern: 1766 erlaubte der Rat, Kartoffeln auf brachliegenden Feldern anzupflanzen, aber «in Bescheidenheit».

Hunger macht beliebt

Den Durchbruch brachte die Not. In der Hungerkrise von 1770 und 1771 verbreitete sich die Kartoffel stark. In Zürich machten sich die sogenannten ökonomischen Patrioten für sie stark: Sie verteilten Saatkartoffeln, führten neue Sorten ein und versuchten sogar, aus Kartoffelmehl Brot zu backen. Nach der nächsten grossen Hungerkrise 1816 und 1817 war die Kartoffel in ganz Europa ein Grundnahrungsmittel.

Wie wichtig sie geworden war, zeigte sich in den 1840er-Jahren: Die Kartoffelkrankheit vernichtete damals rund die Hälfte der europäischen Ernte, mit schlimmen Folgen.

Vom Krieg bis heute

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kartoffel zur Versicherung gegen den Hunger. Die Anbaufläche in der Schweiz stieg von 47’000 Hektaren im Jahr 1939 auf 89’900 Hektaren im Jahr 1944. Danach ging sie stark zurück: 2005 waren es noch 12’500 Hektaren, mehr als ein Drittel davon im Kanton Bern. Gegessen wurden damals pro Kopf rund 43 Kilo Kartoffeln im Jahr.

Erdäpfel, Härdöpfel, Kartoffel

Der Schweizer «Härdöpfel» ist nichts anderes als ein Erdapfel. Das Wort «Kartoffel» hat dagegen eine überraschende Herkunft: Es geht auf das italienische «tartufolo» zurück, die kleine Trüffel. Wer die Knolle zum ersten Mal sah, dachte offenbar eher an einen Pilz als an einen Apfel.

Unser Lieblingsrezept dazu ist ein klassischer Kartoffelsalat: Kartoffeln noch warm mit Bouillon übergiessen, dann mit Olga’s Salatwunder anmachen und ziehen lassen.

Mehr Geschichten und Rezepte direkt ins Postfach:

Rezept-LetterRezepte und Ideen, ab und zu per Mail

Bestätigung per Mail, Abmeldung jederzeit mit einem Klick.

Quellen